CQDL und „Funkamateur“ – werden die Karten neu gemischt?

Intelligent, aufmerksam und umsetzungsstark: Vereinsfunker hören sich mit sichtbar gespannter Begeisterung und vorurteilsfrei Vorschläge zur smarten Weiterentwicklung des Amateurfunks an.

Wieder einmal stieß Arthur Konze, DL2ART, in ein Wespennest: Seine auf You Tube eingestellte Blattkritik der DARC-Vereinszeitschrift CQDL erzielte über 11.000 Aufrufe. Arthur ließ an Machart und Kompetenz des Blattes kaum ein gutes Haar (“Offenbarungseid!”) und belegte das mit in der Tat haarsträubenden Beispielen, die an der Professionalität der Zeitschrift, ihrer gut bezahlten Macher und des herausgebenden Vereins zweifeln lassen.

Weit über 800 Kommentare belegten, dass seine Analyse überwältigend geteilt wird und der „Bundesverband“ seinen Mitgliedern, aber auch dem gesamten Amateurfunk gegenüber, damit einen Bärendienst erweist. Über 11.000 Aufrufe – der You Tube-Kanal des DARC bringt es üblicherweise nicht einmal auf 5-10 Prozent der Interessenten.

Endlich Bewegung nach niederschmetternder Kritik?

Doch nun scheint nach vielen Anregungen und Angeboten endlich Bewegung in das bisher verschnarchte Thema „Text und PR“ zu kommen. Nach der Kritik von nicht nur Arthur wurde bekannt, dass die entsprechende DARC-Abteilung „neu aufgestellt“ und in Zukunft mehr Arbeit „extern“ gemacht werden soll. Wie längst vorgeschlagen.

Der Zeitpunkt hierfür ist günstig, denn ab Januar 2023 wird der „Funkamateur“ am Kiosk verschwunden und nur noch im Abonnement erhältlich sein. Beiden Zeitschriften, CQDL wie „Funkamateur“, fehlt ein überzeugendes Konzept, das das Thema „Funktechnik“ in seiner gesamten Breite spannend, begeisternd und kompetent darstellt. Genauer gesagt fehlt kein Konzept, es liegen ja so einige von Profis erarbeite Skizzen dazu vor. Aber man scheut die Mühen der Umsetzung, solange auch so noch genug Geld zusammenkommt.

Ungenutzte Möglichkeiten

Allerdings nutzt man dadurch nicht die Möglichkeiten, alle jene, die sich für das Thema „Funktechnik in der Freizeit“ interessieren, Monat für Monat mit einem Feuerwerk von Artikeln zu begeistern, die einen hohen Nutzen haben, den Horizont erweitern und, ja, auch das, auf unterhaltsame Weise über den Tellerrand blicken. Dass der „Funkamateur“ nicht mehr am Kiosk ausliegen wird, reduziert zudem die Wahrnehmung unseres Hobbys in der Öffentlichkeit – obwohl die wegen des doch konservativen Konzepts des Blattes womöglich ohnehin vernachlässigbar war.

Auf ein Neues!

Es wäre also ein idealer Zeitpunkt, die Karten neu zu mischen. Mit folgenden Elementen:

  • Konzeption eines professionell gemachten Fachmagazins,
    das das Thema „Funktechnik“ in seiner ganzen Breite mit Schwerpunkt „Funkkommunikation in der Freizeit“ kompetent und begeisternd darstellt.
  • Vertrieb am Kiosk und im (verbilligten) Abonnement
  • Integriertes digitales Konzept;
    „liquid design“, einmal produzieren, auf vielen Kanälen auch multimedial ausspielbar

Nur noch ein Verlag und eine Redaktion machen dieses Blatt – mit einem schlanken, aber professionellen Team von zwei Festangestellten und einem erweiterten Team kompetenter freier Mitarbeiter, die ihre jeweilige Rubrik verantworten. Monatliche, öffentliche Blattkritik als Teil eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.

Das gesamte Team wird durch eine Ausschreibung gewonnen, in der Spitze ist eher einer jungen Kraft mit Potential der Vorzug zu geben – dem man ja einen erfahrenen Mentor an die Seite stellen kann – als einem glatten Routinier.

Die alte, neue „funk“

Der auf der Hand liegende Name der Zeitschrift wäre ein zugleich für jeden verständliches Programm: „funk“. Die Rechte liegen beim Verlag des „Funkamateur“. Der Name „funk“ ist nicht so kryptisch wie „CQDL“ und nicht so ausschließend wie „Funkamateur“. Für DARC-Mitglieder können ja ein paar Seiten „CQDL: Der Vorstand informiert“ eingeschossen werden.

Dieses Konzept verlangt „Denken nach vorne“ und geht nicht ganz ohne Arbeit ab. Der finanzielle Nutzen allerdings ist sofort spürbar. Und der Effekt auf Funkamateure, Kurzwellenhörer sowie Freizeitfunker aller Schattierungen wird nicht lange auf sich warten lassen. Da die meisten Anregungen für den Amateurfunk in den letzten rund 30 Jahren ohnehin von professionellen Entwicklern (von denen einige eben auch Funkamateure sind) ausgingen, können Blicke auf die Profis nicht schaden. Was zudem die Basis verkaufter Anzeigen verbreitert und somit die Kalkulation, neben Skaleneffekten und professioneller Produktion nochmals verbessert.

Wenn man nur will: Entscheidende Verbesserungen

Ich war lange genug „im Geschäft“, um all‘ die Bedenken und Animositäten gegen ein solches Konzept im Schlaf herbeten zu können. Und doch erscheint es mir aus der Erfahrung als Entwickler und Chefredakteur so einiger erfolgreicher und weltweit ausgezeichneter Wissensmagazine (auch Multichannel und multimedial) für so unterschiedliche Branchen wie IT, Pharmazie, Wirtschaft und Medizintechnik eine überzeugende, hocheffiziente und sogar die einzige vernünftige Möglichkeit, etwas wirklich Wirksames für den Amateurfunk zu unternehmen. Wenn man denn will.


[Nur der guten Ordnung halber: Ich strebe keinen wie immer gearteten Job in diesem Zusammenhang an, habe aber auch dem DARC mehrfach meine beratende Expertise pro bono, also kostenlos, angeboten. Ohne jede Antwort, bisher.]

5 comments

  • Hi Nils,

    An interesting read. Things do seem very bad there with regards to DARC ☹

    Of course, there’s plenty of scope for magazines still.

    We have RadioUser and Practical Wireless here in the UK – though I no longer subscribe to them, I occasionally buy one.

    And there’s The Spectrum Monitor in the US too, which I do receive and read.

    I hope things resolve themselves for you with the magazines.

    I also must apologise for not replying about Cryptool. Yes I was aware of it, but haven’t had time to look into it in great detail. I still don’t have any radios available to me despite being in our new house for nearly a year now. Too many other things to resolve first, before radios.

    I hope you’re well.

    Cheers

    Tony

  • Haben Sie vielleicht vergessen, daß eine regelmäßig erscheinende Vereinszeitung und ein populär-wissenschaftliches Magazin recht unterschiedliche Dinge sind?

    Bei allem Verständnis für ihre Abneigung gegen den Deutschen-Amateur-Radio-Club, versuchen Sie Trauma ihres Vereinsauschlusses endlich zu überwinden.

    • Hallo, Christian – der DARC hat, von meinem Rausschmiss an gerechnet, durch die falsche Politik seiner Funktionäre schon jetzt rund die Hälfte seiner Mitglieder verloren. Welches Trauma sollte denn diesbezüglich ausgerechnet ich haben? Im Gegenteil: Immer wieder mache ich vor wie hinter den Kulissen konkrete Vorschläge und biete meine ehrenamtliche Mitarbeit an, dem „Bundesverband“ wieder zu altem Glanz zu verhelfen.
      Und hinsichtlich Zeitschriften, deren Konzepte und Zielgruppen: vertrauen Sie da einfach meiner nachgewiesenen Kompetenz, den Erfolgen und den internationalen Auszeichnungen dafür.
      Wie gesagt: die Scheuklappen-Argumente gegen vernünftige Vorschläge und gegen eine professionelle Vorgehensweise kann ich selbst im Schlaf herbeten. Aber ich habe einiges geleistet, genau das zu verändern.
      Sollten Sie da nicht auch eher mitmachen, als auf Vorurteilen fußende Abneigungen zu pflegen?!
      Dann: Ran an den Speck! Zu tun gibts ohne Ende, jeder Kopf wird gebraucht, jede Hand.
      73 Nils, DK8OK

      P.S. Unter „Christian“, der mir ohne Anrede und Gruß schreibt, verbirgt sich DF4WO, ein DARC-Funktionär. Was nicht etwa seine Argumente diskreditierte – wenn er denn welche vorgebracht hätte.

  • Hallo Nils,

    ich kann dem Geschriebenen nur zustimmen. Solange gewisse Leute an ihrem ruhigen Pöstchen und den eingeschworenen Auffassungen festhalten, so lange wird sich nichts ändern. Die CQDL lese ich immer noch als Zweitleser; durchblättern wäre wohl der treffendere Ausdruck. Vor mehr als zwei Jahrzehnten aus dem DARC ausgetreten, habe ich zu keinem Zeitpunkt diesen Schritt bereut.
    In punkto Funkamateur – ein Magazin für Amateurfunk • Elektronik • Funktechnik – teile ich die Meinung nicht. Schon lange hat ein Funkamateur nicht nur mit Funk sondern auch mit interessanten Randgebieten zutun. Und das bedient diese Zeitschrift.

    Vy 73 de DL2RPC

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