Monthly Archives: August 2022

WSPR und Flugzeug-Tracking: Erste Befürworter betätigen Schleudersitz

Weiterhin kleben sie am Ruf des Amateurfunks wie Hundekot am Schuh: Die vom DARC kräftig unterstützten Scharlatanerien von Richard Godfrey & Co, die gegen alle Vernunft und Wissenschaft phantasieren, aus WSPR-Logdaten über Kontinente hinweg Flugzeuge verfolgen zu können. Wahnsinn! Oder, in den Worten von Nobelpreisträger und WSPR-Entwickler Joe Taylor, K1JT: “Unsinn!”

Pilot steigt aus: “unwissenschaftlich”

Mit Mike Glynn hat nun ein ehemaliger RAF- und Quantas-Pilot den Schleudersitz betätigt: “Die Untersuchungen von Richard Godfrey entsprechen nicht wissenschaftlichen Standards”, begründet er seine Absage, weiter an diesem Hokuspokus teilzunehmen. In einem Blog gibt er präzise Auskunft darüber, wie er zunächst mit Richard Godfrey zusammenarbeitete. Mike ließ unseren Rentner aus dem Hessischen von ihm im Pazifik gesteuerte Flugzeuge via WSPR verfolgen. Und zwar in der Art des Blindtests: diese Flugdaten waren nicht öffentlich verfügbar.

Die Geschichte ist zu köstlich, wie Godfrey erst herumeiert, dann den Test nicht besteht und, aufgefordert, die Versuche fortzusetzen, sich mit Firlefanz herausredet.

Warum bloß keine fachliche Diskussion?

Ich habe zwei Hauptvertreter dieser skurrilen WSPR-Tracking-These, Dr. Robert Westphal und Richard Godfrey, privat wie öffentlich eindringlich sowie erneut bekniet, doch ihre Argumente endlich einmal in einer seriösen Fachzeitschrift zur Diskussion zu stellen – nicht in selbst-referentiellen Blogs oder in diskriminierenden Vereinsblättern. Am besten in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift, die einem Peer-Review (der Prüfung eines Manuskriptes durch anerkannte Fachleute) unterliegt.

Stimmte deren These, so stellte das HF-Ausbreitung wie Statistik auf den Kopf und würde vielfache Millionen-Einkommen für sie bedeuten. Höchst attraktiv also. Wenn.

Ich meine: ihre These stimmt nicht. Und habe das in jenem Rahmen nachgewiesen, wie er wissenschaftstheoretisch möglich und wahrscheinlich ist (wir denken hier an Popper, den Philosophen, nicht zB diese Snobs). Durch Anwendung elementarer Kenntnis der HF-Ausbreitung, des WSPR-Protokolls und statistischer Verfahren; angedickt mit hunderten von Beobachtungen im Kurzwellenbereich.

Man scrolle auf dieser Website zu den entsprechenden Blogeinträgen und lese meinen fünfseitigen Fachbeitrag in der Fachzeitschrift “Funkamateur” (Mai 2022).

Jeder Funkamateur kann die Tracking-These widerlegen – oder sollte es können

Diese Zutaten zu einer seriösen Bewertung sollten jedem Funkamateur zu Gebote stehen, anderenfalls kann er sich sehr schnell kundig machen. Auch Dr. Robert Westphal, DJ4FF, als ehemaliger Vorsitzender des DARC und Christian Entsfellner, DL3MBG, als heutiger DARC-Vorsitzender.

Beide jedoch scheinen an diesem “Unsinn” weiter festzuhalten und schaden damit dem Ansehen des Amateurfunks, der als technisch-wissenschaftliches Hobby in der Öffentlichkeit, in der Politik, bei Mulitplikatoren und auch im Wissenschaftssektor ernstgenommen werden will, aber auf diese Weise in die Nähe zu einem Deppenfunk gerückt zu werden droht. Entsfellner bietet diesen fragwürdigen Thesen nicht nur jeden jede Öffentlichkeit, sondern er verhindert offenbar eine seriöse wissenschaftliche Diskussion in DARC-Medien und, wie man hört, sogar in anderen Medien.

DARC: Inkompetent auch in Funktechnik?

Dass Godfrey seinen Scharlatanerien nachhängt, ist durchaus seine Sache. Er ist ja in vielen Dingen, die er zu beurteilen und zu nutzen vorgibt, kein Fachmann – etwa in der HF-Ausbreitung.

Doch dass gestandene Ingenieure und gestandene Funkamateure wie Dr. Westphal und Entsfellner diese Dingen unter dem Siegel des” DARC – Bundesverband für den Amateurfunk” lauthals auf allen Kanälen propagieren, das wirft schon Fragen nach der Kompetenz auch des Vereins auf.

Und nach dem tieferen Sinn dieses Verhaltens mag man dann schon gar nicht mehr fragen.

Perseides 2022 and GRAVES

Meteorite’s trace at GRAVES, distance 630km, August 11, 2022, 08:20:20 UTC – more to come!

Perseide’s meteor shower will have its maximum on August 12th, 2022. I used French Radar GRAVES to detect some of them. GRAVES transmits on 143.050kHz, and its distance of 630km btween GRAVES and my location is by far too great to provide direct reception. But the radio horizon of a meteorite’s trail at an height of ca. 80km then increases to a footporint about 1200km.

So, if you are living about 1200km around GRAVES near Dijon/France tune your radio at 143.050MHz. Most probably you will see nothing until the Doppler traces come up. This is the signal of GRAVES, reflected at the plasma trace. See also my experiments five years ago here.

The screenshot at the top is just a start. I will let record this during the next two days. Join in, and let’s compare the results!

Stay tuned!

CQDL und „Funkamateur“ – werden die Karten neu gemischt?

Intelligent, aufmerksam und umsetzungsstark: Vereinsfunker hören sich mit sichtbar gespannter Begeisterung und vorurteilsfrei Vorschläge zur smarten Weiterentwicklung des Amateurfunks an.

Wieder einmal stieß Arthur Konze, DL2ART, in ein Wespennest: Seine auf You Tube eingestellte Blattkritik der DARC-Vereinszeitschrift CQDL erzielte über 11.000 Aufrufe. Arthur ließ an Machart und Kompetenz des Blattes kaum ein gutes Haar (“Offenbarungseid!”) und belegte das mit in der Tat haarsträubenden Beispielen, die an der Professionalität der Zeitschrift, ihrer gut bezahlten Macher und des herausgebenden Vereins zweifeln lassen.

Weit über 800 Kommentare belegten, dass seine Analyse überwältigend geteilt wird und der „Bundesverband“ seinen Mitgliedern, aber auch dem gesamten Amateurfunk gegenüber, damit einen Bärendienst erweist. Über 11.000 Aufrufe – der You Tube-Kanal des DARC bringt es üblicherweise nicht einmal auf 5-10 Prozent der Interessenten.

Endlich Bewegung nach niederschmetternder Kritik?

Doch nun scheint nach vielen Anregungen und Angeboten endlich Bewegung in das bisher verschnarchte Thema „Text und PR“ zu kommen. Nach der Kritik von nicht nur Arthur wurde bekannt, dass die entsprechende DARC-Abteilung „neu aufgestellt“ und in Zukunft mehr Arbeit „extern“ gemacht werden soll. Wie längst vorgeschlagen.

Der Zeitpunkt hierfür ist günstig, denn ab Januar 2023 wird der „Funkamateur“ am Kiosk verschwunden und nur noch im Abonnement erhältlich sein. Beiden Zeitschriften, CQDL wie „Funkamateur“, fehlt ein überzeugendes Konzept, das das Thema „Funktechnik“ in seiner gesamten Breite spannend, begeisternd und kompetent darstellt. Genauer gesagt fehlt kein Konzept, es liegen ja so einige von Profis erarbeite Skizzen dazu vor. Aber man scheut die Mühen der Umsetzung, solange auch so noch genug Geld zusammenkommt.

Ungenutzte Möglichkeiten

Allerdings nutzt man dadurch nicht die Möglichkeiten, alle jene, die sich für das Thema „Funktechnik in der Freizeit“ interessieren, Monat für Monat mit einem Feuerwerk von Artikeln zu begeistern, die einen hohen Nutzen haben, den Horizont erweitern und, ja, auch das, auf unterhaltsame Weise über den Tellerrand blicken. Dass der „Funkamateur“ nicht mehr am Kiosk ausliegen wird, reduziert zudem die Wahrnehmung unseres Hobbys in der Öffentlichkeit – obwohl die wegen des doch konservativen Konzepts des Blattes womöglich ohnehin vernachlässigbar war.

Auf ein Neues!

Es wäre also ein idealer Zeitpunkt, die Karten neu zu mischen. Mit folgenden Elementen:

  • Konzeption eines professionell gemachten Fachmagazins,
    das das Thema „Funktechnik“ in seiner ganzen Breite mit Schwerpunkt „Funkkommunikation in der Freizeit“ kompetent und begeisternd darstellt.
  • Vertrieb am Kiosk und im (verbilligten) Abonnement
  • Integriertes digitales Konzept;
    „liquid design“, einmal produzieren, auf vielen Kanälen auch multimedial ausspielbar

Nur noch ein Verlag und eine Redaktion machen dieses Blatt – mit einem schlanken, aber professionellen Team von zwei Festangestellten und einem erweiterten Team kompetenter freier Mitarbeiter, die ihre jeweilige Rubrik verantworten. Monatliche, öffentliche Blattkritik als Teil eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.

Das gesamte Team wird durch eine Ausschreibung gewonnen, in der Spitze ist eher einer jungen Kraft mit Potential der Vorzug zu geben – dem man ja einen erfahrenen Mentor an die Seite stellen kann – als einem glatten Routinier.

Die alte, neue „funk“

Der auf der Hand liegende Name der Zeitschrift wäre ein zugleich für jeden verständliches Programm: „funk“. Die Rechte liegen beim Verlag des „Funkamateur“. Der Name „funk“ ist nicht so kryptisch wie „CQDL“ und nicht so ausschließend wie „Funkamateur“. Für DARC-Mitglieder können ja ein paar Seiten „CQDL: Der Vorstand informiert“ eingeschossen werden.

Dieses Konzept verlangt „Denken nach vorne“ und geht nicht ganz ohne Arbeit ab. Der finanzielle Nutzen allerdings ist sofort spürbar. Und der Effekt auf Funkamateure, Kurzwellenhörer sowie Freizeitfunker aller Schattierungen wird nicht lange auf sich warten lassen. Da die meisten Anregungen für den Amateurfunk in den letzten rund 30 Jahren ohnehin von professionellen Entwicklern (von denen einige eben auch Funkamateure sind) ausgingen, können Blicke auf die Profis nicht schaden. Was zudem die Basis verkaufter Anzeigen verbreitert und somit die Kalkulation, neben Skaleneffekten und professioneller Produktion nochmals verbessert.

Wenn man nur will: Entscheidende Verbesserungen

Ich war lange genug „im Geschäft“, um all‘ die Bedenken und Animositäten gegen ein solches Konzept im Schlaf herbeten zu können. Und doch erscheint es mir aus der Erfahrung als Entwickler und Chefredakteur so einiger erfolgreicher und weltweit ausgezeichneter Wissensmagazine (auch Multichannel und multimedial) für so unterschiedliche Branchen wie IT, Pharmazie, Wirtschaft und Medizintechnik eine überzeugende, hocheffiziente und sogar die einzige vernünftige Möglichkeit, etwas wirklich Wirksames für den Amateurfunk zu unternehmen. Wenn man denn will.


[Nur der guten Ordnung halber: Ich strebe keinen wie immer gearteten Job in diesem Zusammenhang an, habe aber auch dem DARC mehrfach meine beratende Expertise pro bono, also kostenlos, angeboten. Ohne jede Antwort, bisher.]