Raus aus dem DARC! Es ist eine Frage des Anstands!

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d1/Narrenschiff_%28Brant%29_1499_pic_0001.jpg
Das Narrenschiff (Sebastian Brant, 1497), nur aecht mit Sendemast und Pardunen.

Der Deutsche Amateur-Radio-Club e.V. (DARC) ist der größte Verein für Funkamateure in Deutschland. Vor und hinter den Kulissen sind einige seiner Funktionäre seit Jahrzehnten nicht zimperlich, mit allen Mitteln solche Funkamateure zu bekämpfen, die sich für einen fortschrittlichen Amateurfunk einsetzen. Zwar folgt der „Bundesverband“, wie er sich selbst nennt, dann in 90 von 100 Fällen irgendwann diesen „Abtrünnigen“. Aber der Hass der Funktionäre glüht weiter: Cancel Culture par excellence.

Wenn sie das alles doch wenigstens zum Wohle ihres Vereins unternähmen! Doch im Gegenteil: seit fast 30 Jahren verlieren sie kontinuierlich und massiv Mitglieder, und sie reihen einen teuren Skandal an den nächsten – worauf man sich ebenso verlassen kann wie auf das, was mancher für üble Nachreden zu halten geneigt sein könnte.

Unterstützt werden sie dabei von Anonymen und „Anonymen“, die die Drecksarbeit machen: Denunziationen bei Arbeitgebern und Behörden, Mordaufrufe und antisemitische Aufforderungen wie „Jagt ihn durch den Schornstein!“

Kein „Aufstand der Anständigen“

Dagegen hat sich trotz vielfacher Aufforderung bisher kein Vorstand, kein Amateurrat zu einem „Aufstand der Anständigen“ aufraffen können. Diese beredte Schweigen verstehen manche als Aufforderung (denn wie könnte man es auch anders verstehen?!), mit ihrem menschenverachtenden Tun munter fortzufahren. Dass sie daran nicht gehindert werden, fassen sie mit allem Recht als Ermutigung auf.

Denn: Wer schweigt, stimmt zu.
Und: Wer schweigt, macht sich zum Kumpanen.

Auch der im November 2019 mit hochfliegenden Reformplänen gestartete Vorstand tritt in die Fußstapfen solcher Ehrenmitglieder wie Dr. Horst Ellgering, DL9MH, und Steffen Schöppe, DL7ATE: Er weigert sich, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Denn er weigert sich, ganz schlicht und einfach zu erklären:

  • „Für jene, die Mordaufrufe und Denunziationen als Mittel der Diskussion einsetzen, ist im DARC kein Platz!“

Und er weigert sich, diesem Satz umgehend Taten folgen zu lassen. Denn sonst wäre er ja ohne jede Wirksamkeit und würde eher als augenzwinkerndes Einverständnis betrachtet.

Bislang aber ist genau das: nicht passiert.

Das ist beschämend. Das ist unanständig. Das ist menschenverachtend.

Und genauso widerlich, wie die Beibehaltung von dem, was die Neonazis „Feindeslisten“ nennen.

Tretet aus – bis sich was ändert!

Gleichzeitig verlangt der DARC von jedem seiner Mitglieder Nibelungentreue noch zu seinen abwegigsten Vorstellungen. Sonst gibt ‘s Saures, sonst droht Rausschmiss. Mit Pauken und Trompeten. Und gelegentlich mit dem oben erwähnten Begleitkonzert.

Wer also als Mitglied des DARC nicht mit Mordaufrufen und Denunziationen einverstanden ist, wer einen offenen und fortschrittlichen Amateurfunk möchte und wer sich eine ebenso transparente wie effiziente Interessvertretung wünscht, der hat bei diesem Stand der Dinge nur die Möglichkeit zu gehen. Und – ganz klar – dann wieder einzutreten, sobald sich etwas geändert haben sollte.

Übrigens: Schon jetzt werden “Kritiker” mit Amateurfunkgenehmigung seitens des DARC zu nur “sogenannten Funkamateuren” abqualifiziert, also zu Nicht-Funkamateuren. Sollte der Verein, wie er anstrebt, in Zukunft tatsächlich über den Zugang zum Amateurfunk entscheiden, so wäre der Willkür Tür und Tor geöffnet.

Daher:

Tretet aus dem DARC aus!
Nutzt diese „Abstimmung mit den Füßen“!
Nutzt sie umgehend: Es ist eine Frage des Anstandes!

Ergänzung (5. Mai 2021): Danke für die vielen zustimmenden und auch für die wenigen ablehnenden Reaktionen! Erstere wollen anonym bleiben, um nicht “der Rache der Funktionäre ausgesetzt zu werden”, wie einer schrieb; letztere posten ebenso feige wie anonym.
Manche fragen nach weiteren Hintergründen, die ich u.a. mit meiner Rede in Cottbus und meinem Interview in der Fachzeitschrift “Funktelegramm” geliefert habe – bitte dort nachlesen.
Das Kalkül der Handelnden ist so schlicht wie effizient: schon vor den Kulissen bewegen sie sich weit jenseits des Ham Spirit (etwa mit den unverhohlenen Drohungen eines ehemaligen DARC-Vorsitzenden und heutigen Ehrenmitgliedes in einem seiner ekelerregend-demagogischen “Offenen Briefe”), hinter den Kulissen aber sorgt genau das für die augenscheinlich gewünschten verrohten Reaktionen, wie sie dann vom Strafrecht erfasst werden – “An den Eiern aufhängen”, ist da nur eine dieser weitverbreiteten Aufforderungen, gegen die sich bislang kein DARC-Funktionär stellen mochte.
“Entgegenarbeiten” (Ian Kershaw) nennt sich dieses Konzept, das auf offensichtlich kalkulierte Scheinheiligkeit der Führung baut, den somit selbstorganisierenden Hass der Speichellecker vollkommen unwidersprochen in ihren Dienst zu stellen und durch Nicht-Sanktionierung allem Anschein nach zu billigen. Feixend und auf fetten Spesenbergen hockend, waschen die zumindest mittelbaren Verursacher dieser kriminellen Auswüchse des Vereinsfunks ihre Hände in Unschuld, während sie nützliche Idioten mit keinem Wort daran hindern, sich strafbar zu machen. Bis heute.

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