1993: "Die Grenzen des Amateurfunks"

Ein freundlicher Leser stöberte in alten Heften der längst von zwei DARC-Leuten absichtsvoll zerstörten Fachzeitschrift “funk”. Er stieß dabei auf ein Editorial, das ich im Juli 1993 dort über “Die Grenzen des Amateurfunks” veröffentlichte. Ihr könnt es ihr hier nachlesen.

Diese Grenzen verortete ich schon damals hauptsächlich in der Betriebstechnik der Funkamateure sowie in falschen Schwerpunkten bei der Auswahl von Gerätschaften und Modulationsarten. An diesem Befund hat sich leider auch eine Generation später wenig geändert. Nur die Störungen, die uns damals schon das Leben etwas schwerer also notwendig machten, die sind nochmals stark angestiegen.

Bedauern kann man überdies, dass es heute keine Funk-Fachpresse mehr gibt, die in gleicher Weise wie die “funk” begeisternd und anregend über technische Innovationen berichtete, sie durchaus kritisch prüfte, Hintergründen – auch bei Besuchen der Hersteller bis hin in Tokio und Osaka – nachspürte, darüber professionell informierte und Monat für Monat lebhaft Werbung für unser Hobby auch unter jenen machte, die zunächst nur lose am Thema “Funk” interessiert waren. Viele von ihnen legten daraufhin ihre Prüfung erfolgreich ab, während nach erfolgreicher Zerstörung der “funk” die “Teilnehmerzahlen am Amateurfunkdienst”, wie der Begriff in aller offizieller Umständlichkeit lautet, kräftig gesunken ist. Unbedingt ein weiterer Erfolg, den sich der DARC ans Revers heften kann – gleich neben die Goldene Deppenraute mit Antenne und Brillanten 😉

2 comments

  • Hallo Nils,

    Ich glaube, dass sich dieses Hobby in einer starken Übergangsphase befindet. EMC-Probleme sind teilweise schuld, aber es gibt auch eine konzeptionelle Lücke zwischen neuen und alten Radioenthusiasten. Amateurfunk ist heutzutage nur indirekt ein Mittel, um Menschen zu verbinden, aber die reine elektromagnetische Forschung und die Signalverarbeitungsforschung entwickeln sich rasant weiter.

    Viele aufregende Erkenntnisse werden in internationalen Foren und unter Mitgliedern von Interessengruppen geteilt, denen eine spezifische nationale Radio-Club-Zugehörigkeit fehlt. Dies ist nicht unbedingt eine negative Situation. Das Radiohobby wird überleben, aber die Zukunft traditioneller Radioclubs ist sehr ungewiss.

    Mit Freundliche Grüße
    Anders H.
    SM6-8439

  • Danke, Anders – und Deine Bemerkungen sind völlig richtig. Zum einen aber wurde das Editorial vor nunmehr 27 Jahren geschrieben, zum anderen denke ich, dass eine Zeitschrift, die spannend & begeisternd über das gesamte Funk-Thema berichtet, manchen erst auf das Thema “Hobbyfunk” und seine Möglichkeit aufmerksam machen wird. Traditionelle Radioclubs haben sich in der Tat überlebt. Dennoch wird weiterhin eine intelligente, demokratische und diskriminierungsfrei organisierte Lobby benötigt, die sich für Frequenzzuteilungen und den Zugang dazu einsetzt. 73 Nils, DK8OK

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