SDR-Transceiver-Netz des DARC e.V.?

Weiter gibt es Ungereimtheiten beim seit einigen Jahren groß angekündigten Remote-Transceiver-Netz des DARC e.V., das seine Fördermitglieder schon mit jeder Menge Geld vorfinanziert haben. Offenbar wird es nur von zwei Personen getragen, wobei man für die komplette Software sogar auf ein Nicht-Mitglied des “Bundesverbandes für den Amateurfunkdienst” zurückgreifen musste – der somit einem Kreis entstammt, der das Netz nach dem Willen des Vorstandes nicht einmal wird nutzen dürfen …

Den Stand der Dinge habe ich nach öffentlich zugänglichen Informationen in der Juli-Ausgabe der Fachzeitschrift “Funktelegramm” zusammengefasst. DARC-Noch-Mitglied DL7AG hat diesen Text mit Erlaubnis von Joachim Kraft, Herausgeber und Chefredakteur des “Funktelegramm”, auf seine Website gestellt.

Wie inzwischen weiter bekannt wurde, hat allein das DARC-Mitglied des Entwickler-Duos, Helmut Goebkes, für das Projekt 25.382,70 Euro erhalten. Der Auftrag wurde ihm freihändig und ohne Ausschreibung vom DARC-Vorstand zugeschoben. Der Software-Entwickler Stefan Görg – kein DARC-Mitglied – ging hingegen leer aus. Er hatte auch niemals Geld verlangt.

Überdies nehmen die Ungereimtheiten innerhalb des DARC darüber zu, wer dieses Netz eines Tages überhaupt wird benutzen dürfen: nur DARC-Mitglieder oder jeder Funkamateur? Der DARC-Vorstand möchte es exklusiv seinen zahlenden Mitgliedern zur Verfügung stellen – wobei der Zutritt zum Verein nicht diskriminierungsfrei ist. Viele andere Funkamateure – darunter sogar Betreiber des Netzes! – teilen jedoch diese restriktive Sicht des DARC-Vorstandes nicht und setzen sich für einen wahren Ham Spirit ein: „Die Ausbreitungsbedingungen sowie die eigene Aussendung können mit der neuen Technologie von Funkamateuren aus der ganzen Welt beobachtet werden. Die intensive, ja wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem großen Frequenzspektrum ist damit jedermann möglich“, heißt es etwa von den Betreibern aus Bad Honnef, die sich im Gegensatz zu ihrem Vereinsvorstand ein für alle Funkamateure weltweit offenes System wünschen.

Noch aber ist es nicht so weit. Denn, so Hardware-Mann Helmut Goebkes: “Der Aufbau der Infrastruktur eines solchen Vorhabens erfordert schon noch ein bisserl mehr als nur irgendwo eine Hardware ins Netz zu stellen.”

Beispielsweise erfordert es eine Klärung der amateurfunk-genehmlichen Rechtslage, die der DARC auch im vierten Projektjahr immer noch nicht erreichen konnte. Der erhoffte sich übrigens für seinen Verlagsableger ein Geschäft mit der Hardware und warb mit großer Tröte dafür, dass die Transceiver über die DARC GmbH beziehbar sein werden. Auch das hat sich trotz vollmundiger Ankündigungen noch nicht materialisiert.

Haken soll die Inbetriebnahme des Transceiver-Netzes zudem noch daran, so DARC-Mann Goebkes, dass “entsprechende sendefähige Breitbandantennen (!) am Aufstellort vorhanden sein” müssten. Aber nur schwer vorstellbar, dass dem nach einer langen Bewerbungsphase für die 15, 18 oder 19 Standorte nicht ist. Denn, so der DARC, diese mussten sich ja in einem Bewerbungsverfahren unter den mehr als 1.000 Ortsvereinen “durchsetzen”. Und selbstverständlich wird eine der Bedingungen für den ersehnten Zuschlag gewesen sein, für die entsprechende Infrastruktur zu sorgen – wie sie im übrigen schon an vielen Standorten vorhanden ist.

 

5 comments

  • Na, immer noch dem DARC nachtreten. Du bist doch ein ganz armes vereinsamtes Würstchen.

  • Leider ist der genannte Beitrag im Funktelegramm voll von falschen und unrecherchierten Vorwürfen, weshalb er im Sinne einer Ehrlichen Information auch nicht unkommentiert bleiben darf.
    In der auf diesen Beitrag folgenden Ausgabe des Funktelegramms habe ich eine entsprechende Richtigstellung veröffentlicht.
    Falls zur ehrlichen Information gewünscht, kann ich diesen gerne jedem zur Veröffentlichung zur Verfügung stellen: Bitte einfach eine kurze mail an: hgoebkes@technologie2000.de

    • Moin, moin – selbstverständlich ist mein Beitrag sorgfältig recherchiert (von den Handelnden und Geldeinsackern allerdings kam da wenig bis gar nix).
      Inzwischen und im mittlerweile fünften Jahr scheint das Netz ja nicht einmal mehr für den 1. Vorsitzenden des DARC e.V. zugänglich zu sein, der, aufgeweckt/aufgewacht, wie er ist, nun in Newsgroups sich erkundigt, wie man denn sich da überhaupt einklinkt. Zumindest in der R2T2-Newsgroup weiß es offenbar bis heute niemand – keine Antwort.
      Und sendeseitig, was ja als großer Pfiff angekündigt wurde, stand das Netz meines Wissens noch nie zur Verfügung – obwohl die BNetzA das, wie sie öffentlich sagte, “dulden” würde.
      Wenn das der “professionelle Einstieg in die SDR-Technologie” des “Bundesverbandes” ist, dann darf man das doch auch mal kritisch sehen, oder?
      Wünschen würde ich mir tatsächlich “ehrliche Informationen” von Seiten der Macher: Wie ist der Stand der Dinge? Warum ist das erst eine Hängepartie und dann eine Pleite geworden? Was kann und muss man tun, um noch etwas an der an sich ja schönen Idee zu retten?
      Das und anderes habe ich Macher und Verantwortliche mehrfach gefragt, allerdings null Auskunft bekommen. Da darf man sich dann nicht wundern, wenn ich meine Sicht auf das Projekt beschreibe – die ja auch alle anderen Funkamateure nachvollziehen können.
      Auch im eigenen Interesse solltest Du hier Klarheit schaffen, wie es zu diesem kostspieligen Misserfolg kam – lag es an den “Transceivern”, die die “Technolgie2000 GmbH Messtechnik” eines Helmut Göbkes an den DARC e.V. verkaufte? Lag es an den Standorten, bei denen der DARC e.V. dank seiner technische Exzellenz offensichtlich und vielfach beherzt danebengriff?
      Wie gesagt: Ich finde das Projekt an sich ja interessant. Und mich würde interessieren, woran es im fünften Jahr immer noch hakt und wie es weitergehen könnte!
      73 Nils, DK8OK

  • Dr. Andreas Zilker

    Mensch, Nils, nimm bitte mal “den Finger aus der Steckdose” 🙂
    Deine Berichte zu KW-Empfängern und interessanten Themen zum KW-Empfang habe ich über die Jahre sehr geschätzt, oftmals die offenen Worte zu Profi-Equipment.
    Mit Deinen Kommentaren zum R2T2-Projekt schießt Du aber weit über´s Ziel hinaus !
    Den Entwickler Helmut DB1CC der R2T2-Hardware kenne ich persönlich seit Jahren als hochkompetenten, freundlichen und sehr hilfsbereiten OM in unserem OV T02. Daß er sich an dem R2T2-Projekt eine “goldene Nase” verdienen will und/oder mit den DARC “kungelt” sind leider völlig abstruse Vorwürfe.
    Das R2T2-Projekt ist endlich mal eine AFU-Aktivität mit professionellem Einstieg in die SDR-Technologie, was Du ja seit Jahr(zehnt)en, nicht unberechtigt, immer wieder in Deinen Artikeln anmahnst. Daß Du gerade jetzt so dagegen “wetterst”, wundert mich schon sehr ?!?
    Ja, ich bin auch kein Fan des DARC und manches Deiner Kritik “an dem Verein” über die Jahre war (leider) manchmal ok. Was Du aber hier mit der “R2T2-Horrorstory” inszenierst ist weder konstruktiv noch hilfreich. Du hast eine gewisse “Stimme in der Szene”, die solltest Du produktiv nutzen und kein “Bashing” betreiben ! Wir kämpfen auf KW schon genug mit “man-made noise” 🙂
    mny 73 de Andreas (DG7RBN)

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